Verein zur Bekämpfung der
Volkskrankheiten im Ruhrkohlengebiet e.V.
Hygiene-Institut
des Ruhrgebiets
Institut für Umwelthygiene und Toxikologie

Geschichte des Instituts

Es begann mit einer Epidemie



Der Aufbau des Hygiene-Instituts war Robert Kochs raschem Handeln zu verdanken, als dieser im Spätsommer 1901 wegen einer Typhus-Epidemie nach Gelsenkirchen gerufen wird. Da sich Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bevölkerung in der Bekämpfung der Seuche einig waren, begannen Ende 1901 der Trägerverein und Anfang 1902 das Institut selbst die Arbeit zur Erforschung und Bekämpfung der Seuchen aufzunehmen. Tausende Menschen atmeten auf und konnten wieder in eine lebenswerte Zukunft blicken. Die intensive Arbeit zahlreicher Institutionen in ganz Mitteleuropa nahm den Seuchen endgültig ihre Schrecken.

Das Institut im Wandel der Zeit


Das “Hygienische und Bakteriologische Institut“, so lautet der Gründungsname des Instituts, führte Prof. Dr. Hayo Bruns als erster Direktor von 1902 bis 1936. Sein Spezialgebiet waren die Wurmkrankheiten, denen er zahlreiche Publikationen widmete. Er war aber aufgrund einer schweren Erkrankung im Jahr 1923 nicht mehr in der Lage, das Institut erfolgreich zu leiten. Fehlende Mittel bedeuteten fast das Ende. Glücklicherweise wurde das Institut vom Ruhrverband übernommen, konnte aber bereits 1929 zurückgekauft werden und trug von nun an die Bezeichnung "Hygiene-Institut des Ruhrgebiets". Bruns starb 1951.

Kurzes Aufblühen und eine Schreckenszeit


Bruns Nachfolgern gelang es, dem Institut in den folgenden Jahren wieder die nötigen Impulse zu verleihen und die erforderlichen finanziellen Mittel zum Überleben des Instituts zu sichern. 1939 wurde eine staatlich anerkannte Lehranstalt errichtet, in der über viele Jahrzehnte Medizinisch-technische Assistentinnen (damals waren es tatsächlich nur Frauen!) ausgebildet wurden. Leider nur für kurze Zeit. Denn auch das Hygiene-Institut blieb keineswegs verschont, als der 2. Weltkrieg die Welt an den Rand des Abgrunds führte. Gegen Ende des Krieges wurde das Institut nahezu vollständig zerstört, an ein zielgerichtetes Arbeiten war kaum noch zu denken.

Fördermittel des Landes NRW brachten den Erfolg


Der neue Institutsleiter, Prof. Wüstenberg, führte das Institut in ruhigeres Fahrwasser und begann konsequent mit dem Wiederaufbau. Die Lehranstalt für MTAs konnte weitergeführt werden. Neue Arbeitsgebiete wurden erschlossen. Das Institut erlangte hohes Ansehen.

Durch finanzielle Zuwendungen des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Zukunftsinitiative Montanregion (ZIM) wurde das Hygiene-Institut Anfang der 1990er Jahre zu einer der größten unabhängigen Institutionen in Europa auf dem Gebiet der Umwelthygiene ausgebaut.
Letzte Änderung: 30.09.2021 19:15:07