Verein zur Bekämpfung der
Volkskrankheiten im Ruhrkohlengebiet e.V.
Hygiene-Institut
des Ruhrgebiets
Institut für Umwelthygiene und Toxikologie

Innenraumschadstoffe Chemisch

Flüchtige organische Verbindungen (VOC)

Unter flüchtigen organischen Verbindungen (englisch: volatile organic compounds) werden zahlreiche Einzelverbindungen zusammengefasst, die bei Raumtemperatur gasförmig oder dampfförmig vorliegen und sich in der Raumluft anreichern können. VOC können synthetischen oder natürlichen Ursprungs sein. Häufige VOC-Quellen in Innenräumen sind z.B. Reinigungsmittel, Lacke, Farben, Klebstoffe, Möbel, Desinfektionsprodukte, Kosmetika oder Flüssigbrennstoffe. Aber auch Tabakrauch, Kochgerüche sowie der menschliche Stoffwechsel tragen im Innenraum zu VOC-Anreicherungen bei. In der Regel wird die VOC-Konzentration in Innenräumen durch regelmäßiges Lüften vermindert.
Sollten im Innenraum Geruchsbelästigungen, Reizungen oder Symptome auftreten, bei denen ein Zusammenhang mit VOC vermutet wird, empfiehlt es sich fachmännische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Mit Hilfe von Raumluft- und Emissionsmessungen kann eine mögliche Belastung bewertet und idealerweise die entsprechende VOC-Quelle ermittelt werden. Neben einer kompetenten Beratung bieten wir Inspektionen, Probenahmen, Analytik im eigenen Labor sowie eine Bewertung der Ergebnisse nach gängigen Normen und Richtwerten an.

Formaldehyd


Formaldehyd ist eine leichtflüchtige organische Verbindung mit stechendem Geruch, die in zahlreichen in Innenräumen verbauten Materialien enthalten ist. So kommen insbesondere Spanplatten und weitere Holzwerkstoffe in Form von Furniermöbeln, Paneelen und Bodenplatten sowie Ortschäume und Kleber als Quellen für Formaldehydemissionen in Frage. Weiterhin wird Formaldehyd auch als Konservierungsmittel in zahlreichen Kosmetika und Reinigungsmitteln eingesetzt (z.B. Nagelhärter, Antischweißmittel, Shampoos u.a.). Formaldehyd wird sowohl in der Außenluft als auch im Innenraum bei Verbrennungsprozessen (z.B. beim Tabakrauchen) freigesetzt.
Formaldehyd als gasförmige Substanz führt vorwiegend zu lokalen Reizwegen der oberen Atemwege und der Augen. Im Juni 2014 wurde Formaldehyd gemäß der 6. CLP-Verordnung in die Gefahrenklasse „Karzinogen 1B und Keimzellmutagen 2“ eingestuft.
Sollte der Verdacht auf eine Formaldehydbelastung in Innenräumen bestehen, bieten wir Ihnen eine kompetente Beratung, Inspektionen, Probenahmen und Analytik im eigenen Labor sowie eine Bewertung nach gängigen Normen an.

Holzschutzmittel (PCP und Lindan)


Insbesondere in den 60er und 70er Jahren enthielten Holzschutzmittel häufig eine Wirkstoffkombination aus Pentachlorphenol (PCP) und γ-Hexachlorcyclohexan (Lindan). Holzbauteile, wie z.B. Ständerwerke, Türen, Fensterrahmen, Dielenböden etc. wurden zahlreich mit diesen Holzschutzlasuren behandelt.
1986 wurde durch die Gefahrstoffverordnung die Anwendung PCP-haltiger Holzschutzmittel in Innenräumen verboten. PCP und Lindan können jedoch über lange Zeiträume nach der letzten Behandlung ausgasen und zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.
Wir bieten Ihnen bei Verdacht auf eine Belastung mit Holzschutzmitteln eine kompetente Beratung, Probenahme sowie Analytik im eigenen Labor sowie eine Bewertung nach gängigen Normen und unter Beachtung aktueller Leitlinien (z.B. PCP-Richtlinie NRW) an.

Chloranisole


In älteren Fertighäusern oder Pavillonbauten kann häufig ein typischer muffiger Geruch („Korkgeruch“) auftreten, der auf eine Zersetzung von PCP durch feuchtigkeitsliebende Mikroorganismen zurückzuführen ist. Die dabei entstehenden Chloranisole sind gesundheitlich unbedenklich, können aber zu einer als sehr unangenehm empfundenen Geruchsbelästigung führen.
Bei Bedarf bieten wir Ihnen Raumluftmessungen mit Analytik im eigenen Labor sowie eine Bewertung nach gängigen Normen an.

Weitere typische Schadstoffparameter:
  • Polychlorierte Biphenyle (PCB)
  • Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
  • Chlornaphthaline
  • BTEX und CKW (aktive und passive Probenahme)
  • Asbest
  • Künstliche Mineralfasern (KMF)
  • KI-Wert
Letzte Änderung: 16.09.21