26. September 2018
Willkommen im Hygiene-Institut des Ruhrgebiets

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Das Wichtigste in Kürze
Novellierung der Trinkwasserverordnung
Verordnung zur Neuordnung trinkwasserrechtlicher Vorschriften in Kraft getreten. Am 8. Januar 2018 wurde im Bundesgesetzblatt der Wortlaut der novellierten Trinkwasserverordnung vom 3. Januar 2018 (BGBl. I S. 99) bekannt gemacht. Von den verabschiedeten Änderungen stellen wir Ihnen nachfolgend diejenigen vor, die für unsere Auftraggeber und uns gleichermaßen von Bedeutung sind. Die beschlossenen Änderungen treten am 9. Januar 2018 in Kraft:

Untersuchung von Legionellen in der Trinkwasser-Installation (geänderte Anzeigepflicht für Untersuchungsstellen nach § 15a)
Mit der geänderten Trinkwasserverordnung (TrinkwV) sind erstmals die Untersuchungsstellen verpflichtet, im Fall einer Überschreitung des technischen Maßnahmewertes (> 100/100 ml) nicht nur den Auftraggeber, sondern auch das Gesundheitsamt unverzüglich zu benachrichtigen. Gefordert werden die folgenden Informationen:
1. Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse der anzeigenden Untersuchungsstelle,
2. Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse des Unternehmers oder sonstigen Inhabers der betroffenen Wasserversorgungsanlage oder der in seinem Auftrag handelnden Person,
3. Ort der Probenahme nach Gemeinde, Straße, Hausnummer und Entnahmestelle,
4. Zeitpunkt der Probenahme,
5. alle Untersuchungsergebnisse des von der Überschreitung nach Absatz 1 betroffenen Untersuchungsauftrags und
6. die Bestätigung, dass der Unternehmer oder sonstige Inhaber der betroffenen Wasserversorgungsanlage über die Überschreitung informiert wurde.

Im Gegenzug entbindet die TrinkwV den Betreiber der Trinkwasser-Installation mit § 16 Absatz 1 von der Anzeigepflicht, wenn ihm ein Nachweis darüber vorliegt, dass die Anzeige bereits nach § 15a Absatz 1 durch die Untersuchungsstelle erfolgt ist.

Nach § 25 Nr. 3. handelt ordnungswidrig, wer als Untersuchungsstelle eine Anzeige nicht, nicht richtig, nicht vollständig oder nicht rechtzeitig erstattet; er kann dementsprechend mit einem Bußgeld belegt werden.

Untersuchung auf Enterokokken (Anlage 4 Teil I)
Aus den Parametern der bisherigen `routinemäßigen Untersuchung` werden A-Parameter, der bisherige Parameterumfang wird um eine zusätzliche Untersuchung auf Enterokokken erweitert, wohingegen Ammonium an dieser Stelle entfallen kann.

Probenahmeverfahren und Probenahmestellen (betrifft Kleinanlagen zur Eigenversorgung nach § 3 Nr. 2 c) Anlage 5 Teil II
Die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik wird für die Probenahmen zur Untersuchung der mikrobiologischen Trinkwasserqualität von Wasserversorgungsanlagen nach § 3 Nummer 2 Buchstabe c bis f vermutet, wenn die DIN EN ISO 19458, wie dort unter Zweck b* beschrieben, eingehalten worden ist.
[* d.h. eventuelle Strahlregler (´Perlator`) an der Armatur werden entfernt, die Ablauftülle wird desinfiziert und ein kleiner Vorlauf (ca. 1 Liter) wird ablaufen gelassen, bevor die Probenahmeflasche gefüllt wird.]

Probenahme zur Kontrolle der Parameter Blei, Kupfer und Nickel (Anlage 5 Teil II b)
Für die Feststellung einer Grenzwertüberschreitung an einer einzelnen Entnahmestelle in einer Trinkwasser-Installation muss eine gestaffelte Stagnationsbeprobung durchgeführt werden. Das bedeutet, dass sowohl nach Ablaufen lassen bis zur Temperaturkonstanz eine Trinkwasserprobe (S0-Probe) als auch nach 2 bis 4 Stunden Stagnation zwei Trinkwasserproben (1. Liter = S1-Probe und 2. Liter = S2-Probe) entnommen und untersucht werden müssen (siehe UBA-Empfehlung von März 2004):
uba_empfehlung_probenahme_blei_kupfer_nickel_47_s_296_300.pdf.